Innovationsworkshop für Studierende der Landwirtschaft
Wie aus einer Idee Wirklichkeit werden kann
Zoombild vorhanden
Einer der vier Innovationsworkshops fand in Pfarrkirchen statt.
© Melis/AELF
Der technische Fortschritt macht auch vor der Landwirtschaft nicht Halt. Längst haben Innovationen Einzug gehalten auf Hof und Feld. Um junge Landwirte zu motivieren, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen, hat an der Landwirtschaftsschule Pfarrkirchen, Abteilung Landwirtschaft, im März 2025 einer von vier Innovationsworkshops an ausgewählten bayerischen Schulen stattgefunden. Der bäuerliche Nachwuchs soll so für Chancen und Möglichkeiten durch die Europäische Innovationspartnerschaft (EIP-Agri) sensibilisiert werden.
Mit Tierärztin Katharina Grimm von der Praxisgemeinschaft für Klauengesundheit in München sowie Landwirt und Klauenpfleger Lukas Neumayer aus Rosenheim nahmen zwei Praktiker teil, die den Studierenden des 1. Semesters der Landwirtschaftsschule die Entwicklung eines Labormusters für eine sprachgesteuerte Smartphone-App zur Erfassung der Tiergesundheit bei Kälbern und Jungrindern präsentierten und dabei den Ablauf von der Idee über die Entwicklung bis zur Umsetzung darstellten.
Hauswirtschaftsdirektorin und Schulleiterin Rosemarie Thalhammer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Landau a.d.Isar-Pfarrkirchen begrüßte Dr. Anne Gueydon, die dem Innovationsteam im Referat Innovation und Forschung des Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF) angehört, sowie Helene Faltermeier von der Staatlichen Führungsakademie (FüAk) für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die für das StMELF den Workshop organisierte und moderierte.
Innovationen sollen Zukunftsfähigkeit sichern
„In der Landwirtschaft gibt es schon immer unheimlich viele Innovationen, betonte Kreisobmann Hermann Etzel. Betriebe müssten in die neue Zeit gebracht werden und ohne die jungen Betriebsleiter gibt es keine neuen Lösungen für die Zukunft“. Die Studierenden gingen mit unterschiedlichen Erwartungen in die Tagung. Innovationen sollen die Zukunftsfähigkeit sichern, Arbeitserleichterungen bringen, aber auch das Image der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit verbessern.
Landwirt Lukas Neumayer stellte seinen Betrieb und seine Tätigkeit als Klauenpfleger vor und ging dann mit Tierärztin Katharina Grimm auf das eigene Projekt ein. Die Studierenden erstellten eine Innovationsanalyse, blickten aber auch in die Zukunft, wie ein derartiges Vorhaben auf dem eigenen Betrieb weiterentwickelt werden kann. Zum Abschluss wurde erörtert, was die Teilnehmenden in Bezug auf Innovationen in der Landwirtschaft für ihre eigene Tätigkeit mit nach Hause nehmen. Modernisierung und die Anwendung innovativer Technik können das Tierwohl und zugleich die Wirtschaftlichkeit im Betrieb erhöhen, so das Fazit. Allerdings wurde das Spannungsfeld von Bürokratie und Innovation herausgehoben. Fördermöglichkeiten sollten nicht der Hauptantrieb zur Umsetzung sein, sondern vor allem auch die persönliche Leidenschaft.